Die richtige Schnitttechnik für Deine Hecke.
Die richtige Schnitttechnik ist keine Theorie – sie entscheidet in der Praxis darüber, ob ein Baum kontrolliert fällt, ob das Schwert klemmt und ob ein Ast die Stammrinde beim Abreißen beschädigt. Wer die grundlegenden Schnitttechniken kennt und anwendet, arbeitet sicherer, effizienter und schont dabei Gerät und Baum gleichermaßen.
Grundregel für alle Schnitttechniken: Immer mit Vollgas arbeiten. Halbgas erzeugt unsaubere Schnitte, erhöht den Kettenverschleiß und reduziert die Kontrolle über das Gerät.
Der Fällschnitt ist eine der anspruchsvollsten Techniken in der Holzernte und erfordert besondere Sorgfalt und Erfahrung. Bereits kleine Fehler, etwa ein falsch gesetzter Fallkerb oder ein ungleichmäßig ausgeführter Schnitt, können dazu führen, dass der Baum unkontrolliert fällt und dadurch gefährliche Situationen entstehen.
Deshalb ist eine sorgfältige Vorbereitung entscheidend: Jeder Fällvorgang sollte im Vorfeld genau geplant werden, bevor die Motorsäge angesetzt wird. Dazu gehört nicht nur die Einschätzung der Fallrichtung, sondern auch die Kontrolle der Umgebung und die klare Festlegung der einzelnen Arbeitsschritte, um ein sicheres und kontrolliertes Arbeiten zu gewährleisten.
Hinweis: Für Fällarbeiten außerhalb des eigenen Grundstücks ist in Deutschland der Kettensägenschein nach BGR/GUV-I 8624 gesetzlich vorgeschrieben.
Der Fallkerb wird auf der Fallseite des Baumes gesetzt und besteht aus zwei Schnitten:
Ein sauber gearbeiteter Fallkerb hat eine glatte Kerbfläche ohne Versatz. Versätze zwischen den Schnitten führen zu einem unkalkulierbaren Bruchverhalten.
Der Fällschnitt wird auf der dem Fallkerb gegenüberliegenden Seite angesetzt, etwa 5 cm oberhalb des unteren Kerbschnitts, waagerecht in Richtung Fallkerb geführt.
Der Bruchsteg: Zwischen Fällschnitt und Fallkerb bleibt ein Holzsteg stehen – der Bruchsteg. Er wirkt als kontrolliertes Scharnier: Er lenkt die Fallrichtung und verlangsamt den Fall leicht. Mindestbreite: 10 % des Stammdurchmessers (bei 30 cm Stamm = 3 cm). Ein zu dünner oder ungleichmäßiger Bruchsteg entzieht dir die Kontrolle über die Fallrichtung.
Ab ca. 20 cm Stammdurchmesser empfiehlt sich ein Fällkeil aus Kunststoff oder Aluminium. Er wird in den Fällschnitt getrieben, sobald die Säge die Tiefe des Bruchstegs erreicht. Der Keil verhindert, dass der Stamm auf das Schwert drückt, und unterstützt die gewünschte Fallrichtung.
Motor abstellen oder Einschalter loslassen, sobald der Baum fällt. Fluchtweg nehmen, Abstand halten und den Baum vollständig zur Ruhe kommen lassen – herabbrechende Kronenäste (sog. Widowmaker) sind beim Fällen eine häufig unterschätzte Unfallursache.
Das Ablängen von Stämmen zu Scheitholz ist die häufigste Motorsägenanwendung im privaten Bereich. Dabei steht das Holz in der Regel unter Spannung – entweder gedrückt (Druckseite) oder gedehnt (Zugseite). Wer Druck- und Zugseite nicht berücksichtigt, riskiert ein eingeklemmtes Schwert oder einen unkontrollierten Stammrückschlag.
Druckseite und Zugseite erkennen
Druckseite: Die Seite des Stammes, die zusammengedrückt wird. Sägst du dort durch, schließt sich der Schnittspalt und klemmt das Schwert ein.
Zugseite: Die Seite, die unter Zug steht. Ein Schnitt von der Zugseite kann zum unkontrollierten Aufreißen der Holzfasern führen.
| Lage des Stammes | Druckseite | Zugseite | Schnittfolge |
| Beidseitig aufgelegt, Mitte hängt durch | Unten | Oben | 1/3 von unten, Rest von oben |
| Mitte aufgelegt, Enden hängen durch | Oben | Unten | 1/3 von oben, Rest von unten |
| Auf Sägebock frei liegend | - | - | Von oben durchsägen |
Auch kurzer Erdkontakt der laufenden Kette stumpft sie sofort ab und schädigt Kette und Schiene. Lege Stämme immer auf Sägeböcke, Stützhölzer oder vorhandene Äste, bevor du ansetzt.
Markiere Ablänglängen mit Kreide oder Forstmarkierstift. Übliche Scheitholzlängen liegen zwischen 25 und 33 cm je nach Kaminofengröße. Einheitliche Längen vereinfachen das spätere Stapeln.
Beim Entfernen von Ästen geht es nicht nur darum, diese möglichst schnell vom Stamm zu trennen. Ein fachgerecht ausgeführter Astungsschnitt trägt entscheidend dazu bei, die Gesundheit und Vitalität des Baumes langfristig zu erhalten.
Besonders wichtig ist dabei der Astkragen – die natürliche Verdickung an der Basis des Astes. In diesem Bereich befinden sich die Zellen, die für den natürlichen Wundverschluss verantwortlich sind. Wird der Astkragen beim Schnitt beschädigt oder vollständig entfernt, kann der Baum die entstandene Wunde nur eingeschränkt oder gar nicht mehr verschließen. Dadurch steigt das Risiko, dass Feuchtigkeit, Pilze oder andere Fäulniserreger in das Holz eindringen und langfristige Schäden verursachen. Mit der richtigen Schnitttechnik lässt sich dies vermeiden und die natürliche Regeneration des Baumes bestmöglich unterstützen.
Dünne Äste können in einem Schnitt direkt am Stamm abgetrennt werden. Astkragen stehen lassen, Schnittfläche leicht schräg halten, damit Wasser ablaufen kann.
Eingeklemmte oder unter Spannung stehende Stämme sind eine der häufigsten Unfallursachen beim Motorsägenbetrieb. Das Schwert wird vom Holz eingeklemmt und lässt sich nicht mehr herausziehen – ein unkontrollierter Lösungsversuch mit laufendem Motor kann zu schweren Rückschlagverletzungen führen.
Beobachte den Schnittspalt während des Sägens: Weitet er sich, steht der Stamm unter Zug – der Schnitt auf dieser Seite ist sicher. Schließt er sich, handelt es sich um die Druckseite – hier klemmt das Schwert ein.
Niemals versuchen, ein eingeklemmtes Schwert mit laufendem Motor herauszureißen.
Nicht jede Schnitttechnik stellt die gleichen Anforderungen an eine Motorsäge. Während für einfache Entastungs- und Pflegearbeiten häufig ein leichtes, wendiges Modell ausreicht, sind für Fällarbeiten oder das Bearbeiten stärkerer Stammquerschnitte Leistung, Schwertlänge und Durchzugskraft entscheidende Faktoren. Die Wahl der passenden Motorsäge trägt nicht nur zu einem effizienten Arbeitsablauf bei, sondern erhöht auch die Sicherheit und den Bedienkomfort bei der jeweiligen Anwendung.
ECHO bietet für unterschiedliche Einsatzbereiche und Schnitttechniken passende Modelle – von kompakten Akku-Motorsägen für präzise Arbeiten bis hin zu leistungsstarken Benzin-Motorsägen für anspruchsvolle Aufgaben in Wald und Holzernte. Die folgende Übersicht zeigt, welche ECHO Motorsäge sich für welche Schnitttechnik besonders eignet.
| Schnitttechnik | Empfohlene ECHO Geräte |
| Fällschnitt - mittlere Stämme | CS-3510ES, CS-4010, DCS-3500 |
| Fällschnitt - große Stämme | CS-4510ES, CS-4310SX, CS-501SX, CS-621SX |
| Trennschnitt / Ablängen | DCS-2500, DCS-3500, CS-3510ES, CS-4010 |
| Astungsschnitt am Boden | DCS-2500, CS-2511TES, CS-362TES |
| Astungsschnitt im Baum | DCS-2500T, DCS-3500T, CS-2511TES |
| Hochentastung vom Boden | DPPT-2600-LW, PPT-2620HES |
Wer mit einer Motorsäge arbeitet, stößt früher oder später auf Fragen zu Schnitttechniken, Sicherheitsregeln und den richtigen Arbeitsabläufen. Gerade bei Fällarbeiten oder dem Umgang mit unter Spannung stehendem Holz können bereits kleine Unsicherheiten große Auswirkungen auf die Sicherheit und das Arbeitsergebnis haben.
In den folgenden Fragen und Antworten haben wir wichtige Grundlagen und häufige Praxisthemen für dich zusammengefasst. So erhältst du schnell verständliche Informationen zu zentralen Begriffen, typischen Arbeitssituationen und den wichtigsten Voraussetzungen für einen sicheren Umgang mit der Motorsäge.
Der Fallkerb ist der keilförmige Ausschnitt auf der Fallseite - er bestimmt die Fallrichtung. Der Fällschnitt ist der gegenüberliegende, waagerechte Schnitt, der den Baum vom Stumpf trennt. Beide müssen präzise aufeinander abgestimmt sein.
Der Bruchsteg ist der stehen bleibende Holzsteg zwischen Fallkerb und Fällschnitt. Er wirkt als Scharnier, lenkt die Fallrichtung und bremst den Fall leicht. Mindestbreite: 10% des Stammdurchmessers.
Den Schnittspalt beobachten: Weitet er sich, steht der Stamm unter Zug. Schließt er sich, ist es die Druckseite. Die Lage des Stammes gibt ebenfalls Hinweise - ein durchhängender Stamm drückt unten, ein überhängender unten.
Auf dem eigenen Grundstück ist kein Kettensägenschein erforderlich. Für Fällarbeiten auf fremdem Grund oder im Wald gilt der Kettensägenschein nach BGR/GUV-I 8624 als Pflicht. ECHO empfiehlt allen Motorsägennutzern einen zertifizierten Grundkurs.
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27.03.25
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